Autark leben — Hühnerhaltung für Selbstversorger

Autark leben — Hühnerhaltung für Selbstversorger

Möchtest du Eier von garantiert glücklichen Hühnern? Dann halte selber welche!

Neben der Ver­sorgung mit frischem Gemüse aus dem eige­nen Garten ist die Hüh­n­er­hal­tung eine gute Möglichkeit für den Selb­stver­sorg­er. Die Hal­tung von Hüh­n­ern bringt neben leck­eren Eiern auch weit­ere Vorteile: Im Hüh­n­er­haus find­en Gemüser­este dankbare Abnehmer, Hüh­n­er­mist liefert wieder sehr guten Dünger für die Beete. Wenn du ein paar grundle­gende Dinge beacht­est, ist die Hüh­n­er­hal­tung nicht schwer.

Darf ich in meinem Garten Hühner halten?

Wenn du auf dem Land wohnst und einen großen Garten oder sog­ar land­wirtschaftliche Fläche bewirtschaftest, stellt die Hal­tung von Hüh­n­ern in der Regel kein Prob­lem dar.
Hüh­n­er gel­ten als Klein­tiere, ihre Hal­tung kann daher auch in Wohnge­bi­eten nicht ver­boten wer­den. Fühlt sich ein Nach­bar aber durch die Hüh­n­er belästigt, zum Beispiel durch lautes Krähen eines Hahnes während der Mit­tagsruhe, kann es trotz­dem zu rechtlichen Auseinan­der­set­zun­gen kommen.
Wenn du einen fes­ten Stall bauen möcht­est, ist dies bau­rechtlich zu klären. Hier gibt es unter­schiedliche Regelun­gen durch die Kan­tone, oder — wenn du in Deutsch­land leb­st — Bun­deslän­der, Gemein­den und örtlichen Bauvorschriften.

Gesetzliche Grundlagen

Schweiz: Wenn du nur für den pri­vat­en Gebrauch einige Hüh­n­er hal­ten möcht­est, ist in der Schwei­iz keine Hal­ter­prü­fung notwendig. Erst ab ein­er Anzahl von 150 Leg­e­hen­nen musst du entwed­er die Aus­bil­dung als Land­wirt abgeschlossen haben oder eine spezielle Prü­fung für Hüh­n­er­hal­tung able­gen. Die Anmel­dung der Hüh­n­er ist in der Schweiz abli­ga­torisch. Wende dich dafür an die kan­tonale Koor­di­na­tion­sstelle. Die Reg­istrierung dient dem Tier­wohl: Ein­er­seits stellt sie sich­er, dass im Falle von Tierseuchen sofort die richti­gen Mass­nah­men getrof­fen wer­den kön­nen, ander­seits überwacht sie all­ge­mein die Tierge­sund­heit. Und nicht zulet­zt kann durch die Reg­istrierung pri­vat gehal­tener Hüh­n­er die Herkun­ft der Eier zurück­ver­fol­gt werden.

Deutsch­land: Hüh­n­er müssen als land­wirtschaftliche Nutztiere bei der Tierseuchenkasse und dem Vet­er­inäramt gemeldet wer­den. Auch gibt es Impf­pflicht­en zu beacht­en, eine Imp­fung gegen die “New­cas­tle Dis­ease” ist deutsch­landweit verpflich­t­end. Weit­ere Imp­fun­gen kön­nen eben­falls sin­nvoll sein, dabei soll­ten immer die aktuellen Vor­gaben und regionale Beson­der­heit­en beachtet wer­den. Auch sind beson­dere Sit­u­a­tio­nen wie die Stallpflicht in Bere­ichen mit Geflügel­grippe zu beachten.

Der Hühnerstall für die private Hühnerhaltung

Hüh­n­er benöti­gen einen zugluft­freien, aber gut belüfteten Stall. Haben die Hüh­n­er einen Aus­lauf, reicht eine Stall­fläche von 1 m² für bis zu 5 Hüh­n­er aus. Dabei sollte aber immer auch beachtet wer­den, dass du bequem die Eier absam­meln und den Stall aus­mis­ten kannst. Es gibt fer­tige Hüh­n­er­häuser, aber du kannst auch einen Stall kom­plett selb­st bauen oder ein Garten­häuschen, einen Schup­pen oder einen aus­ge­di­en­ten Bauwa­gen als Hüh­n­er­stall nutzen.
Der Boden sollte ein festes Fun­da­ment haben, um Marder, Füchse oder Rat­ten abzuweisen.
Zum Schlafen nutzen Hüh­n­er gern Sitzs­tan­gen, die du zum Beispiel aus Kan­thölz­ern mit abgerun­de­ten Kan­ten ein­fach selb­st her­stellen kannst. Ein Kot­brett unter den Sitzs­tan­gen erle­ichtert die Reini­gung enorm. Unter dem Kot­brett (oder auch in anderen Bere­ichen im Stall) kön­nen mit Heu oder Spelz gefüllte Leg­en­ester einge­set­zt werden.

Wie viel Auslauf brauchen meine Hühner?

Der Aus­lauf für Hüh­n­er sollte bei Kle­in­grup­pen eine Größe von 10 m² pro Huhn nicht unter­schre­it­en. Wenn die Hüh­n­er nicht kom­plett frei laufen sollen, muss der Aus­lauf hoch genug eingezäunt wer­den. Das bedeutet bei mit­telschw­eren Rassen eine Höhe von ca. 180 cm Höhe, für kleine oder beson­ders flugfreudi­ge Rassen muss der Zaun höher errichtet werden.
Um die Hüh­n­er daran zu hin­dern, unter dem Zaun hin­durchzuschlüpfen, sollte dieser unten einge­graben oder mit Erdankern gesichert wer­den. Zum Schutz vor Füch­sen muss ein Zaun min­destens 80 cm tief einge­graben werden.
Hüh­n­er mögen keine offe­nen Flächen, der Aus­lauf sollte ide­al­er­weise abwech­slungsre­ich mit Büschen und Bäu­men gestal­tet sein. Auch kün­stliche Ver­steck­möglichkeit­en wer­den gern angenom­men und bieten einen gewis­sen Schutz vor Raubvögeln.
Laufen die Hüh­n­er frei oder ist der Zaun nicht sich­er einge­graben, soll­ten die Hüh­n­er zum Schutz vor däm­merungs- und nach­tak­tiv­en Raubtieren wie Fuchs und Marder nachts im Stall eingeschlossen werden.

Welche Hühnerrassen sind für die Selbstversorgung geeignet?

Für den Selb­stver­sorg­er eige­nen sich vor allem robuste Rassen, die zutraulich und auch untere­inan­der verträglich sind. Mit­telschwere bis schwere Hüh­n­errassen, die wenig und nicht hoch fliegen, sind ein­fach­er zu hal­ten als kleine, aktive und sehr flugfähige Rassen, die einen hohen Zaun benöti­gen. Solche Rassen, die auch viele Eier leg­en, sind zum Beispiel Arau­cana, Sund­heimer oder Orp­ing­ton. Nutze auch das Wis­sen von Hüh­n­er­hal­tern aus dein­er Umge­bung, vielle­icht gibt es sog­ar regionale Rassen. Mit der Hal­tung von regionalen und “alten” Rassen kannst du auch einen Beitrag zu deren Erhalt leisten.

Glückliche Hühner — was willst du mehr?

Glück­liche Hüh­n­er kön­nen mehr Eier leg­en, sind robuster und kön­nen ein Alter von bis zu 10 Jahren erre­ichen. Als soziale Tiere dür­fen Hüh­n­er niemals allein gehal­ten wer­den, eine Gruppe sollte min­destens 3 Tiere umfassen. Neben einem passenden Stall und einem Aus­lauf benöti­gen Hüh­n­er ein Sand­bad für ihre Gefiederpflege (das kann ein trock­en­er Bere­ich mit Erde und Sand oder ein Gefäß mit Sand sein), ständi­gen Zugang zu frischem Wass­er und ein gutes Hüh­n­er­fut­ter, das gern mit frischem Grün und Gemüse ergänzt wer­den darf. Für die Ver­dau­ung nehmen Hüh­n­er kleine Steinchen auf, die im Magen für die Zerkleinerung des Fut­ters sor­gen. Im Freilauf find­en sie diese in der Regel selb­st­ständig, in Zeit­en von Stallpflicht müssen Steine zur Ver­fü­gung gestellt werden.

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